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Erinnerungen, Momente aus Indien und die baldige Heimat JAMAICA

 

Mein letzter offizieller Eintrag zu Indien ist eine kleine Zusammenfassung der Momente, Attribute und Eindrücke, die mir am längsten in Erinnerungen bleiben werden...

- Die erschlagende Hitze, als ich das erste Mal indischen Boden betrat

- Die Badezimmertür in meiner Unterkunft, die ich während der ersten zwei Wochen ohne Hilfe nicht öffnen konnte und die dafür sorgte, dass ich mich trotz schneller Eingewöhnung am Anfang noch nicht 100%ig heimisch fühlte

- Mein erstes indisches Mahl, das mir sofort Tränen in die Augen trieb, worüber ich nun als erfahrene Esserin nur lachen kann...

- Die erste Resignation, als ich die große Anzahl der Freiwilligen in meiner NGO und somit die relative Unbrauchbarkeit meiner Wenigkeit bemerke.

- Die Freude, die ich wegen der Freude eines der Kinder beim Erbauen des 3D Puzzles vom Brandenburger Tor (eins meiner Gastgeschenke) verspürte

- Das erste Mal Verlaufen, das zweite Mal Verlaufen, das dritte Mal Verlaufen usw. UND der Stolz, der in mir aufkam, als ich zum ersten Mal den langen Weg vom Büro zum Waisenhaus (ca. 30 min) bewältigt habe und jedes andere Mal, an dem ich, ohne die Hilfe einer Rikscha in Anspruch zu nehmen, ans Ziel gekommen bin..

- Den Genuss einer andauernd unangenehme, ungewünschte Aufmerksamkeit von Männern, Händlern oder Verkäufer aller Art und Bettlern

- Die Augen der Kinderbettler

- Die Atmosphäre in dem wunderbaren "Indian Coffee House", das hoch in den Lüften lag und das einen die Aufbruchstimmung Indiens fühlen ließ, und die Enttäuschung, es nie wieder danach gefunden zu haben - wegen des unübersichtlichen Connaught Places...

- Die nächtliche Suche nach einem Hotel in Jaipur

- Das erste gute Frühstück (Porridge mit Bananen) inklusive richtig viel guter Kaffee in dem idyllischen Innenhofs unseres Hotels in Udaipur

- Der Spaziergang durch Udaipurs Gassen, die an die Toskana mit indischem Flair erinnerten, und die Bootfahrt auf dem berühmten Picchola-See, die ich mir schon damals in Deutschland mit dem Reiseführer in der Hand vorgestellt hatte

- Die Excel-Tabelle, in der ich über die Präsenz meiner NGO auf 140 (!) Websites Buch führen musste – für den ersten Monat mein täglicher Begleiter im Büro

- Der Rikschafahrer, der mein Geld nicht annehmen wollte

- Die Rikschafahrer, die zu viel Geld annehmen wollten und die ich auf offener Straße ungehemmt anschreien durfte

- Das Gemeinschaftsgefühl, das aufkam, als alle zusammen im Waisenhaus mit der Musikerfamilie gesungen haben

- Die inspirierenden Gespräche über die Politik und Gesellschaft in Indien, über den Westen und über die Welt mit meinen Mitbewohnerinnen bis spät in die Nacht

- Die Momente der Schadenfreude, wenn ich im „gemischten“ Abteil (also fast nur Männer) in der Metro die Männer im bissigen Ton aufforderte von den zwei für Frauen vorgesehenen Sitzen aufzustehen oder mehr Respekt zu haben, sobald es irgendeine Form von Drängelei gab, und wenn ich dann ihren überraschten, fast erschrockenen Gesichtsausdruck wahrnehmen durfte

- Die extrem abgemagerten, an den Füßen angeketteten Pferde, die reihenweise in der Nähe eines berühmten Basars „untergebracht“ waren

- Die selbstgemalte Karte, die ich von einem Mädchen zum Teacher's Day bekam

- Der nette, weißhaarige Mann, der immer vor dem Waisenhaus saß, mich bald erkannte und mich immer freundlich grüßte

- Das Versprechen, die Kinder zu meiner Hochzeit einzuladen

- Das Humayun Mausoleum, das mich mit seiner Architektur von Anfang an in den Bann zog

- Die Frustration über die verpasste Zeit im Krankenhaus

- Die unfreundlichen Krankenschwestern

- Die Fürsorge meines indischen Umfelds, als ich im Krankenhaus lag und mindestens acht Besucher pro Tag hatte

- Die Unterhaltung mit einem aufgeweckten Waisenmädchen, in der sie mir erzählte, dass sie ihre Passion im Schreiben sah, und in der ich sie ermutigte, damit weiter zu machen und nicht dem Traum, Sängerin zu werden, nachzuhängen

- Die Stichelei mit meinen Mitbewohnerinnen, die mich immer nach einem anstrengenden, ermüdenden oder nervigen Tag aufmunterten

- Das belgische Schokoladeneis, das meinen Schokoladenhunger nach 6 Wochen halbwegs stillte

- Der klimatisierte Bus nach Agra, in dem durch eine fünfstündige Unterhaltung eine Freundschaft mit einer meiner Mitbewohnerinnen begann, mit der ich, weil sie im ersten und ich im dritten Stock wohnte, davor nichts wesentliches zu tun hatte

- Das Lied Tum Hi Ho, das mir sowohl die Kinder als auch meine Mitbewohnerinnen beibrachten und für welches ich immer beeindruckende Blicke erntete

- Das erste International Volunteer Meeting, bei dem ich zum ersten Mal meine Gefühle, meine Probleme und meine Resignation über die Arbeit offen legte, bei dem ich mindestens eine halbe Stunde redete und nach dem alles besser wurde, nach dem wir wunderschöne Momente mit den Kindern im Park verbrachten

- Das zweite International Volunteer Meeting, das ich wegen des um drei Stunden verspäteten Zug aus Agra verpasste, und die Gelassenheit, mit der ich der das Ganze meisterte

- Das Bild der Menschen aller Religionen und Nationalitäten, die zusammen im Sikh-Tempel speisten, das für mich in einer Weise die erste Stufe des Weltfriedens darstellte (auch wenn ich dabei wohl zu naiv bin)

- Die Teilnahme am indischen Familienleben inklusive selbst für mich verdammt scharfem Essen und einem kleinen Familienaltar

- Das Fußballspielen im Park bei Monsunregen mit den Kindern und der darauf folgende Heimweg durch die überfluteten Straßen, der den Zusammenhalt unter uns allen extrem stärkte

- Das erste Mal, das ich bewusst wahrnahm, dass meine lernbehinderte Schülerin einen einfachen Text alleine lesen und schreiben konnte, was Meilensteine darstellte und an was ich nie geglaubt habe – bei so viel Frustration am Anfang sind solche sichtbaren Verbesserungen das beste Gefühl überhaupt

- Der erste Sari, den fünf Mitbewohnerinnen mir eine halbe Stunde lang anzogen und der mir wirklich außerordentlich gut gefiel, und der Stolz, mit dem mich meine Mitbewohnerinnen verabschiedeten: „
I feel like your proud mother“

- Der Diebstahl meines Geldbeutels inklusive aller Geldkarten, der mich an den Rande der Verzweiflung trieb, der mich an meiner Fähigkeit als Inderin zu leben zweifeln ließ, der aber dank der Hilfsbereitschaft und Fürsorge meiner Mitbewohnerinnen erträglich wurde

- Die Modenschau im Waisenhaus und der Stolz, den die Kinder für sich selbst nach ihrem Auftritt empfanden, und der Stolz, den ich nach ihrem Auftritt empfand

- Den atemberaubenden Ausblick aus dem Spielzeugzug, den ich vor 8 Monaten auf Phoenix gesehen hatte und ihn schon damals auf meine
To-Do Liste setzte

- Das indische Reggae-Lied Sutta na mila, das ich gemeinsam mit meinen Mitbewohnerinnen an meinem vorletzten Abend in Dauerschleife performte

- Die inspirierende und friedliche Atmosphäre in den Bergen

- Die Traurigkeit beim Abschied von den Kindern und die Tränen, die sie und ich vergossen

- Die tiefe Freundschaft, die mich mit meinen Mitbewohnerinnen verband und immer verbinden wird

- Die Hilfsbereitschaft des Sikh Mannes am Ende, der mir bei unglaublichem Zeitdruck aus dem Nirgendwo ein unheimlich billiges Taxi herschaffte


All diese Momente sind immer noch sehr präsent in meinem Kopf und werden es hoffentlich auch immer bleiben. Die 30 selbstgemachten Karten, die ich von Kindern und Mitbewohnerinnen erhielt, werden sicher dabei helfen :-)


JAMAICA . Das Urlaubsparadies jeden Westlers, das Reggae-Land, die Insel der Sprinter und der Rastafaris.
Niemand weiß so recht etwas über Jamaika außer den üblichen Klischees. Niemand verbindet hohe Arbeitslosigkeit, Armut und große Probleme mit der wunderschönen Insel.
In acht Stunden sitze ich im Flieger und werde von da an das „wahre“ Jamaika für drei Monate entdecken, erleben. Die Menschen fernab der Luxusresorte kennenlernen. In einer Gastfamilie mich dem Alltag, den Traditionen und der Mentalität nähern. Und nebenbei ein Journalismus bei der Zeitung, dem Funk und Fernsehen absolvieren. Ich bin gespannt. Indien hat die Messlatte hoch gesetzt – in puncto Begegnungen, prägenden Erlebnissen, Aufregung...

Der nächste Blogeintrag wird dann in Mandeville, einer Kleinstadt – meiner Stadt in Jamaika, verfasst und publiziert. Und vermutlich bin ich die, die am allermeisten auf das gespannt bin, was ich dann letztendlich schreiben werde... Bis dann!

11.11.13 02:28
 
Letzte Einträge: Deutsche Pension, Busexplosion und Silvester in Jamaika, Deutsche Pension, Busexplosion und Silvester in Jamaika, Pädagogik, Rastafaris und Inspiration in Jamaika , Drei Monate Jamaika - Überraschungen, Freuden der Natur, Fassungslosigkeit, Erste Eindrücke aus Ecuador, Menschen in Quito und Verkaufsstrategien


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