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Jamaikanische Hilfsbereitschaft und jamaikanische "Evolution"

 

Ein richtig schönes, graues Deutschlandwetter hielt der Dienstag für uns in Jamaika bereit. Den ganzen Tag regnete es in Strömen, so dass die Straßen am Ende Sturzbächen glichen. Es war nicht genug, dass meine gesamte Wäsche dadurch nicht trocknete, sondern nasser als in der Waschmaschine wurde, nein, ich geriet erst bei meinem Weg von der Arbeit zur Essensmeile in einen Schauer und wurde trotz einem Regenschirm für zwei verdammt nass, dann nach einem sonnigen Hoffnungsschimmer auf meinem Heimweg fing es das extreme Schütten an und mein Heimweg dauert zu Fuß ungefähr eine Stunde. Mit tropfender Kleidung, mit tropfenden Haaren und niedergeschlagenem Gesicht versuchte ich, mir einen Weg durch die Pfützen, die die Dimension von einem See hatten, zu bahnen, dabei hielt ich immer Ausschau nach einem Taxi, das mich hätte mitnehmen können – ohne Erfolg. Nach 20 Minuten Verzweiflung passierte mir etwas wirklich erfreuliches: Eine Frau erblickte mein miserables Äußeres, hielt an und nahm mich mit! Sie nahm mich tatsächlich mit und fuhr mich, obwohl für sie ein Umweg, direkt vor meine Haustür. Währenddessen unterhielten wir uns sehr nett und ich merkte, wie viel Freude es ihr bereitete, mir eine (sehr große!) Freude zu bereiten. Ich liebe es, wenn dir diese bedingungslose Hilfsbereitschaft zu einem Zeitpunkt begegnet, an dem du es am wenigsten erwartet hättest, an dem du der Verzweiflung nah warst und an dem du über das Leben fluchtest. Wenn dich dann ein netter Mensch durch Nettigkeit und Hilfsbereitschaft überrascht, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, hörst du auf über die Welt zu fluchen und bekommst sofort wieder gute Laune. Die Menschheit lässt einen oft verzweifeln, deprimieren, aber manchmal widerfährt dir eine Begegnung mit einem kleinen Teil der Menschheit, der dir Hoffnung gibt.



Bei den allmorgendlichen Kundgebungen stehen mir eigentlich jedes Mal die Haare zu Berge aufgrund der schon einmal erwähnten extremen Religiosität und den damit verbundenen Aussagen, aber am Mittwoch wurde alles andere in den Schatten gestellt. Ganz selbstverständlich wurde die Evolutionstheorie verleugnet und nicht nur das, die Unterstützer dieser wissenschaftlich bewiesenen Entwicklung des Menschen wurden als lächerlich dargestellt, sie wurden ausgelacht. Ich dachte, in puncto Religiosität schockiert mich hier gar nichts mehr, aber dass hier die Mehrheit mit großer Überzeugung die Evolutionstheorie leugnet, hat mich noch einmal von hinten überrollt. Wenn man im aufgeklärten und wissenschaftlich orientierten Westen aufgewachsen und zur Schule gegangen ist, kann man sich einfach nicht vorstellen, dass es noch ganze Gemeinschaften, ganze Länder gibt, die das wie selbstverständlich von sich weisen, was für uns als selbstverständlich und vor allem als Wahrheit gilt. Meine Kollegen, sehr gut gebildet, wortgewandt, intelligent und kreativ, ordnen sich einfach in das Muster ein... Würde ein armer Bauer, der kaum Zugang zu Bildung hatte, nicht an die Evolutionstheorie glauben, würde man abwinken. Woher soll er es doch auch anders wissen? Aber meine Kollegen hätten alle Möglichkeiten und Zugang zu den Informationen, aber anscheinend nutzen sie das eher, um an „Beweise“ gegen die Evolutionstheorie zu kommen...



Am Donnerstag traf ich überraschenderweise in einer unserer Stammbars einen Jamaikaner, der vor vier Wochen in Bamberg war! Manchmal gibt es wirklich große Zufälle – dass ich auf dieser Insel zur gleichen Zeit am gleichen Ort mich mit einem Jamaikaner unterhalte, der im großen Deutschland ausgerchnet in meiner kleinen Heimatstadt war!! Ich hab mich jedenfalls gefreut und werde von nun an bei meinen Bambergaufenthalten nach mehr Jamaikanern Ausschau halten...



Unser Ziel für dieses Wochenende war Orange Bay. Würde ich das jemand sagen hören, würde ich fragen: Welches Orange Bay? Komischerweise gibt es nämlich auf der kleinen Insel Jamaika wegen mangelnder Kreativität zwei Orte, die so heißen. Wir waren in dem Orange Bay, das wir beabsichtigt hatten, aber das gebuchte Hotel war im anderen Orange Bay, dem an der Ost- und nicht dem an der Westküste. Da es im beabsichtigten Orange Bay kein Hotel gab, war die einzige Alternative das einen Katzensprung entfernte Negril.

Diesmal bekamen wir das billige Hotel direkt am Strand mit kleinen, einfachen Hütten. Abends gönnten wir uns richtiges, italienisches Essen, das uns Europäern/Australiern richtig gut tat. Zudem war das Restaurant sehr schön gestaltet, wenn man sich auch für kurze Zeit weit weg aus Jamaika fühlte. Am nächsten Tag gingen wir auf den Markt, obwohl der Name nicht ganz zutrifft. Im Rest vom Jamaika ist ein Markt ein Platz, an dem man von Obst über Gemüse bis zu Kleidung und Handykarten alles kaufen kann. In Negril war der Markt extra für Touristen und nur mit Souvenirs bestückt. Das Verhalten der Händler erinnerte mich etwas an Indien. Strategisch und ausdauernd versuchten sie die Touristen an ihren Stand zu locken, es wurde aber viel mehr an die Emotionen der potentiellen Käufer als in Indien appelliert und es war trotz allem nicht so extrem.
Abends gingen die zwei Vegetarier unter uns wieder bei Rastafaris essen. Da wir diesmal in einer ganz anderen Ecke von Negril waren, wählten wir nicht das fantastische „Restaurant“ vom letzten Mal, sondern ein nah gelegenes. Das war größer, d.h. es gab drei Tische und man konnte nicht in die Kochtöpfe schauen. Das Essen war wieder eine Kombination, allerdings nicht so gut wie die vom letzten Mal, dafür aber auch billiger. Durch die Größe hatten wir zwar nicht so viel Kontakt zum Besitzer, trotzdem war es tausendmal jamaikanischer und authentischer als der Italiener. Alles in allem sind Rastafari-“Restaurants“ definitiv meine liebste Möglichkeit zum Essen. Gesunde, echt jamaikanische, große und vegetarische Mahlzeiten sind eine wirkliche Ausnahme und jedes Mal wieder ein Genuss.

18.12.13 14:28
 
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