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Deutsche Pension, Busexplosion und Silvester in Jamaika

 

Die schöne Zeit, die ich an Weihnachten nicht hatte, durfte ich dafür dann umso mehr am darauffolgenden Wochenende erleben.
Da wir diesmal nur zu dritt waren, führte uns der Weg zur Destination Oracabessa natürlich über öffentliche Verkehrsmittel. Vier Taxis und ein Minibus waren dafür nötig und so kompliziert es auch klingen mag, die Reise stellte sich als überraschend einfach, die Wartezeiten als überraschend kurz und die Übergänge als überraschend fließend heraus. Schließlich landeten wir am Zielort und fühlten uns sofort wie zuhause. Das lag nicht unbedingt an der Nationalität der Besitzer von der deutschen Pension, aber an der schönen, liebevollen Gestaltung des Hauses, an dem kleinen Ort und an der Atmosphäre.
Früh durften wir dann deutsches Frühstück auf dem Balkon mit Meeresblick genießen. Abgesehen von echtem Kaffee (wenn auch natürlich nicht deutsch) hatten wir echtes, warmes Brot mit echter Butter und echter Marmelade. Als Extra bekamen wir sogar noch einen süßen Hefezopf mit Rosinen serviert. Manchmal lernt man Dinge erst lieben, wenn man gerade kein Zugriff auf sie hat. In Deutschland machte ich immer einen mittelgroßen Bogen um echtes Brot, bevorzugte mein Toastbrot, doch seit ich hier jeden Tag auf's Neue dickes und vor allem ungetoastetes Weißbrot zu mir nehmen muss, ist echtes, deutsches Brot für mich ein Paradies. Das neue Interesse verfolgte ich auch gleich vor Ort und nahm mir ein Laib Brot mit. Unglaublich, dass ich erst einmal nach Jamaika muss, um deutsches Brot schätzen zu lernen...
Abgesehen vom auf der Zunge zergehenden Essen und vom spendiertem, selbst gemachten Eierlikör war es auch sonst mein vermutlich bestes Wochenende bisher. Dafür sorgten lebhafte und vor allem tiefer gehende Konversationen. Politische Diskussionen oder auch Gespräche über Vegetarismus lehrten mir, dass man nicht immer die selbe Einstellung gegenüber der Welt haben muss, um sich gut zu verstehen. Da meine Freunde in Deutschland zwar nicht die selbe Einstellung wie ich haben, aber eine, die ungefähr in eine ähnliche Richtung geht, nahm ich immer an, dass das so sein muss. Dass man wenigstens in die gleiche Richtung schauen muss, um sich auf der selben Wellenlänge zu bewegen. Wir drei hatten komplett verschiedene Richtungen, aber konnten erfrischend hitzige Diskussionen haben, ohne an Sympathie zu verlieren.
Auch auf dem Rückweg geschah die Fortbewegung natürlich per öffentlicher Verkehrsmittel, was uns diesmal fast den Tod brachte. Das lag nicht an der halsbrecherischen Fahrweise, die hier schnell zur Gewohnheit wird. Ich saß mehr oder weniger gemütlich angelehnt mit geschlossenen Augen und entspannte mich, als auf einmal Panik im Bus ausbrach. Alle versuchten sich einen Weg zur Tür zu bahnen. Alle schubsten und rannten um ihr Leben. Niemand wurde vorbei gelassen. Das war durchaus problematisch für uns, die auf der hintersten Bank Platz genommen hatten. Gezwungenermaßen verließen wir also den Bus als letzte. Auf sicherem Boden sahen wir dann zum ersten Mal, was die Panik veranlasst hatte: Riesige Rauchwolken und Flüssigkeiten kamen aus dem Fahrzeug, dazu ein undefinierbarer Geruch. Als Laie würde man denken, dass eine Explosion nahe war. Das war auch genau das, was sich alle Passagiere dachten. Fast alle Jamaikaner sprangen dann auch bei der ersten Gelegenheit auf einen vorbeifahrenden Lastwagen – ohne zu zahlen natürlich. Wir blieben mitten im Nirgendwo stehen und warteten bis ein Passagier, angeblich ein gelernter Mechaniker, den Bus repariere. Auch nach 45 Minuten Warten war weder unser Schock noch der Bus richtig abgekühlt, aber wir wagten uns (fünf verbliebene Passagiere) wieder todesmutig in den Bus und überlebten die zweistündige Fahrt trotz vieler beunruhigender Geräusche. Die Todesangst, die wir wirklich verspürten, war zwar nicht gerade angenehm, aber das Erlebnis bleibt unvergessen. Zudem können wir voller Stolz sagen, dass wir mutig in dem Bus geblieben sind, während alle Jamaikaner, die an so etwas ja eigentlich mehr gewöhnt sein sollten, flüchteten!

Silvester in Jamaika, Silvester am Meer. Darauf freute ich mich schon letztes Jahr und nach dem verkorksten Weihnachten hatte ich wirklich ein gelungenes Silvester nötig. Kurzfristige Planänderung resultierte darin, dass wir nur zu dritt an unsere ursprüngliche Destination gingen – good, old Treasure Beach... Da unser Stammhotel nicht wie versprochen ein Zimmer für uns reserviert hatte, mussten wir nach einer Alternative Ausschau halten. Im Endeffekt landeten wir dann in einem Rastafari-Hotel, von dem wir noch nie was gehört hatten. Das Zimmer punktete mit eigener Küche und riesigem Bad. Im Garten waren allerdings ein paar Gräber, die vielleicht Grund für die Besessenheit des Besitzers mit Teufeln waren. Ununterbrochen wurden wir als der Teufel höchstpersönlich bezeichnet und durften dem zusammenhangslosem Gerede lauschen. Neben den Gräbern wäre der pure Rum, den er herunterschüttete, auch eine plausible Erklärung für sein Verhalten.
Um 18 Uhr – Mitternacht deutscher Zeit – wurde dann zum ersten Mal mit der selbstgemachten Bowle angestoßen. Dafür hatten wir Champagner verwendet, der überraschenderweise der billigste erhältliche „Sekt“ im Supermarkt war... Danach durften wir unser richtig gutes selbst gekochtes Essen verspeisen – Kartoffelsalat und grüner Salat mit jeweils deliziösen Soßen, Wraps und Schokofondue zum Nachtisch. Gut gefüllt wurden wir dann in ein Restaurant am Strand gefahren, in dem sich die komplette Bevölkerung Treasure Beach's aufhielt – Einheimische und Touristen. Um Mitternacht jamaikanischer Zeit überraschte uns sogar ein kleines Feuerwerk und einige ließen auch Lampignons in den perfekten Sternenhimmel steigen... Meeresrauschen und verrückte Bekanntschaften machten Silverster komplett und zurückblickend war es ein sehr außergewöhnlicher Abschluss des sehr außergewöhnlichen Jahrs 2013...

8.1.14 15:10
 
Letzte Einträge: Deutsche Pension, Busexplosion und Silvester in Jamaika, Pädagogik, Rastafaris und Inspiration in Jamaika , Drei Monate Jamaika - Überraschungen, Freuden der Natur, Fassungslosigkeit, Erste Eindrücke aus Ecuador, Menschen in Quito und Verkaufsstrategien


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