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Erste Eindrücke aus Ecuador

 

Nun wandern wir mal von der Karabik in die Anden, an den Pazifik, in die Mitte der Erde – kurz gesagt: nach Ecuador. Diese Wanderung ging über Miamis Flughafen, der mich überraschte, weil ich mich schon fast wie in einem westlichen Südamerika fühlte. Überall, wirklich überall, wurde Spanisch gesprochen. Die ganzen Angestellten in den Läden und den Restaurants sowie das restliche Flughafenpersonal konnte untereinander problemlos auf Spanisch kommunizieren, alle hatten irgendwie lateinamerikanische Wurzeln. Am Terminal wurde verzweifelt in gebrochenem Englisch ein Mitarbeiter, der Englisch spricht, ausgerufen. Und das in Miami! Ich fand es interessant, unerwartet und eine schöne Einstimmung für mein südamerikanisches Abenteuer.

Ich befinde mich zum Zeitpunkt des Eintrags nun schon seit drei Wochen hier, ich kann noch nicht allzu viel sagen, aber ich weiß eines: Bis jetzt fühle ich mich hier im Vergleich zu Indien und Jamaika am wenigsten fremd. Was komisch ist, weil ich die Sprache nicht beherrsche. Doch was für mich von Bedeutung ist, ist, dass ich nicht angestarrt, nicht andauernd angesprochen werde. Dass ich frei für mich über die Straßen gehen kann und mir nicht kontinuierlich gezeigt wird, dass ich anders bin, dass ich fremd bin.

Natürlich sind auch die Ecuadorianer kontaktfreudig und der Taxifahrer fängt ein Gespräch mit dir an (was du nicht verstehst), abends vor einer Bar wird man angesprochen (aber wenigstens nicht allzu offensiv angemacht) und ein "Hola Chicas" ist auch oft drin. Doch das alles gleicht nicht im Geringsten, was ich in Jamaika und Indien erlebt habe. Und es ist erfrischend zu sehen, wie Kontaktaufnahme hier auch anders möglich ist.

Der Umgang mit Emotionen in Südamerika unterscheidet sich deutlich von dem im Westen, das ist allgemein bekannt. Ich frage mich, woher der Ursprung dieser verschiedenen Handhabungen liegt. Das versuche ich auf alle Fälle während meines Aufenthaltes herauszufinden. Ich habe zwar noch keine Theorie, aber ein schönes Beispiel. Mein Sprachlehrer, den ich sehr gerne mag, ist wahnsinnig emotional und offen (und ist sich auch, was das angeht, dem Unterschied zu anderen Kulturen bewusst). Eines Tages schaute er uns bei Beginn der Stunde mit traurigen Augen an. "Ich habe heute die amor de mi vida getroffen! Und es war nicht meine Frau!" Ungläubig und überrascht von so viel privaten Informationen blickten wir in sein aufgewühltes Gesicht. "Ich saß im Auto, stand an der Ampel und dann sah ich sie. Erst war sie sehr ernst, dann suchten ihre Augen die meinen und sie fing das Weinen an." Wir wussten nicht so recht, was wir darauf erwidern sollten, aber es war auch nichts nötig. "Eine komplizierte historía, una historía de amor... Vamos a estudiar espanol ahora!" Damit hatte es ein Ende gefunden, obwohl er das Thema die nächsten Tage auch noch einige Mal anriss. Das klingt nun möglicherweise nach einer netten Geschichte, die zeigt, was für ein gutes Verhältnis wir mit unserem Sprachlehrer haben, aber wenn man das einmal umdreht und die ganze Szene sich in Deutschland vorstellt, wird einem schnell klar, dass das ein wunderbarer Beweis für einen gewaltigen Kulturunterschied ist. Welcher Nachhilfelehrer/Sprachlehrer würde so etwas erwähnen? Egal wie aufgelöst er sein würde, er könnte "kalt" seinen Unterricht durchziehen und sich nicht vor seinen Schülerinnen "blamieren". Hier kam es aber ganz selbstverständlich, dass er uns an den Dingen, die ihn beschäftigten, teilhaben ließ...

28.2.14 23:48
 
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